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24. Aug 2015

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In Forchheim tanzen die Senioren mit Rollator


Autor: Carmen Schwind

Forchheim, Dienstag, 04. April 2017 Artikel aus dem Fränkischen Tag

Der Forchheimer Tanzlehrer Roland Moser will älteren Menschen die Lust an der Bewegung zurückgeben.
Die Teilnehmer des außergewöhnlichen Tanzkurses habe sich richtiggehend herausgeputzt. Fotos: privat
 


"Eins, zwei, drei - eins, zwei, drei - und jetzt den einen Arm zur Seite", sagt Tanzlehrer Roland Moser einen Walzer an. Die Besonderheit ist nur, dass er nicht mit einer Partnerin tanzt, sondern mit einem Rollator. "Das Rollatortanzen habe ich in unser Programm aufgenommen", erklärt der Inhaber der Tanzschule Rupprecht-Moser. Denn er möchte auch mobilitätseingeschränkten Menschen die Möglichkeit geben, sich zu bewegen und die Freude an der Musik zu genießen.

"Das Tanzen mit dem Rollator macht Spaß. Und die Interessierten werden erstaunt sein, was man da alles machen kann", glaubt Moser, der seine Ausbildung zum Rollator-Tanzlehrer zu Beginn des Jahres abgeschlossen hat. Doch nicht nur die Freude am Tanzen steht hier im Vordergrund. "Man lernt dabei den Umgang mit dem Rollator und erlangt eine größere Sicherheit. Dadurch wird die Gefahr, zu stürzen, reduziert", erklärt der Tanzschullehrer.

Dadurch kämen die Menschen auch im Alltag, beispielsweise beim Einkaufen in der Stadt, besser mit dieser Gehhilfe zurecht.


"Es geht um Lebensqualität"

"Die Menschen werden immer älter und wollen auch aktiv bleiben, wenn sie eine Geheinschränkung haben, denn es geht um die Lebensqualität", so Moser.

In seiner Ausbildung hat er gelernt, dass körperliches und geistiges Training dazu beitragen kann. Er erklärt, dass Tanzen Vergnügen bereitet, aber die Menschen auch fit hält und zu Ausgeglichenheit und zu einem Rhythmusgefühl beiträgt. "Durch einen Rollator werden geheingeschränkte Menschen mobiler und auch unabhängiger. Und jetzt können sie sogar mit ihm tanzen", erzählt der Tanzlehrer und zitiert den bekannten Arzt Eckhart von Hirschhausen: Tanzen schütze vor Alzheimer. Tatsächlich gibt es eine Untersuchung an der Neurologischen Uniklinik in Magdeburg, in der festgestellt wurde, dass spezielles Tanztraining die Aufmerksamkeit, aber auch das Gleichgewicht und die Gedächtnisleistung, bei den Probanden verbessert hat.

Rollatortanz sollte unter professioneller Leitung erlernt werden. Roland Moser ist seit 1992 Tanzlehrer und übernahm vor etwa eineinhalb Jahren die Tanzschule Rupprecht. In seiner Ausbildung zum Rollatortanzlehrer beim Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverband hatte er als einziger einen Rollator mit Klingel. "Bei manchen Tänzen gehört dazu, dass man sich mit einer Hand festhält und mit der anderen auf den Rollator klatscht. Da fiel ich auf, denn ich traf immer meine Klingel", erinnert sich der Tanzschullehrer und lacht.


Flotte bis dezente Musik

Interessierte können Standard-Tänze üben wie Foxtrott, Langsamen Walzer, Wiener Walzer oder Tango. Für den Rollator gibt es aber auch Choreografien für Lateinamerikanische Tänze wie Rumba oder Samba; oder Volkstänze wie Linien- und Kreistanz oder Polonaise.

"Die Tanzschritte wurden an die Drehfähigkeit des Rollators angepasst", erklärt Moser. Es gibt Gruppen- und Partnertänze. "Die Musik ist klassisch- dezent bis flott. Da gehe ich auf die Wünsche der Tänzer ein", so Moser. Außerdem schließt diese Form des Tanzens die Lücke zwischen Seniorentanzen und Sitztanz. Eine Tanzstunde beginnt mit der Aufwärmphase im Sitzen, dann geht es los mit der Bein- und Rollatorarbeit, die dann später durch Bewegungen mit den Armen ergänzt werden. "Natürlich gibt es dazwischen immer Pausen. Und nach dem Tanzen ist auch noch Zeit, um sich auszutauschen.

Es soll nicht nur die Motorik gefördert werden, sondern auch soziale Kontakte. Das fördert die Lebensqualität", so Moser. Gemeinsam werden aktuell Seniorentanznachmittage geplant. Auch hier geht es darum, dass Senioren die Wohnung verlassen und unter Menschen kommen.